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Sprachförderung

Beim Spracherwerb handelt es sich um eine zentrale Entwicklungsaufgabe, bei der auf unterschiedlichen Ebenen viele Fertigkeiten erlernt werden müssen.
Dabei ist die menschliche Sprache sehr komplex. Es geht nicht allein um das Erlernen von einzelnen Wörtern, sondern immer auch um Kommunikation, um das „Sich-einem-anderen-mitteilen-können“. Beim Erwerb der Sprache handelt es sich also um ein Produkt des Zusammenspielens von genetischen Anlagen, der Nachahmung und der sozialen Interaktion des Kindes mit seiner Umwelt. Auf diesem Hintergrundwissen basierend, leisten pädagogische Fachkräfte in  Kindertagesstätten einen wichtigen Beitrag zur Sprachentwicklung der Kinder.

In unserer Kindertagesstätte erhalten Kinder –bei Bedarf- im Alter von 2 bis 6 Jahren eine Sprachförderung. Unser Anliegen ist es, die Kinder in allen Bereichen ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen.  Dabei arbeiten wir nach dem Hess. Erziehungs- und Bildungsplan: alltagsintegrierte sprachliche Bildung mit allen Kindern ist grundlegender Baustein unserer täglichen Arbeit. Sprachförderung in unserer Kita bedeutet für uns vorrangig die Sprachlust, das Mitteilungsbedürfnis und die Freude an der Sprache zu wecken.

Doch nicht jedes Kind ist sprachlich so fit, wie es seinem Alter angemessen ist. Wenn Kinder sprachlich nicht altersgemäß entwickelt sind, sollten sie zusätzliche Unterstützung erhalten. Für Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren, die einen besonderen Sprachförderbedarf haben, bieten wir deshalb einen Sprachkurs an. Hier findet eine individuelle und angemessene Förderung in Kleingruppen statt. Auch Kinder mit Migrationshintergrund haben meist einen erhöhten Sprachförderbedarf, da sie in ihren Familien oft in ihrer Muttersprache sprechen und aus diesem Grund wenige Berührungspunkte mit der deutschen Sprache haben.

Ein großes Ziel unserer Sprachförderung ist die Unterstützung des Erwerbs der deutschen Sprache bei Kindern im Kindergartenalter ohne ausreichende Deutschkenntnisse.
Zudem sollen vorhandene Deutschkenntnisse gefördert werden, um wichtige Voraussetzungen für den Schuleintritt zu verbessern.

Dabei ist uns wichtig, dass die Sprachförderung in unserer Einrichtung ganzheitlich erfolgt – also mit allen Sinnen des Kindes, mit seinem Bewegungsdrang, seiner Neugier, seiner Vorliebe für Rhythmus und Musik. Daher finden sich in unserer Sprachförderung neben Gesprächen und Bilderbuchbetrachtungen zusätzliche Elemente aus den Bereichen Bewegung, Rollenspiel, Musik, Forschen und der Kreativitätserziehung wieder. Zudem werden didaktische Hilfsmittel wie z.B. Bildkarten zu verschiedenen Themen- und Grammatikbausteinen, Geräusche-CDs, Sprachförderspiele, Handpuppen uvm. genutzt.

Zwischen der Sprachförderkraft findet ein regelmäßiger Austausch (bzgl. des Entwicklungsstandes und der Sprachkenntnisse der Kinder) mit den anderen Erzieherinnen der Einrichtung statt. Auch der Austausch mit den Eltern –als Erziehungspartner- ist uns sehr wichtig. Zum einen werden die Eltern von der Sprachförderkraft regelmäßig über die Entwicklung der Kinder im Sprachkurs informiert. Zum anderen können die Eltern gerne auch auf die Sprachförderkraft, sowie auf alle anderen Erzieherinnen zukommen, Fragen stellen und mit ihnen in den Austausch gehen. Denn: eine gelungene Elternarbeit ist tragender Bestandteil einer gelingenden Sprachförderung. Bezüglich der Erfassung des Entwicklungsstandes der Kinder arbeiten wir in unserer Kita zum einen mit Desk (dem Dortmunder Entwicklungsscreening), welches auch die Überprüfung der sprachlichen Entwicklung abdeckt. Zum anderen führen wir bei den Kindern im Alter zwischen 4 und 4,5 Jahren KiSS durch:

Das Kinder-Sprachscreening ist ein systematisches Verfahren, um den Sprachstand aller vier bis viereinhalbjährigen Kinder zu erheben. Das Screening wird mit jedem Kind einzeln von geschulten pädagogischen Fachkräften in der Kita durchgeführt. Innerhalb von etwa einer Viertelstunde werden mit gezielten Fragen zu einem Bild alle Ebenen der Sprachentwicklung überprüft: Spontansprache, Sprachverständnis, Wortschatz, Aussprache und Grammatik. Zusätzlich zu dem Screening werden Beobachtungen der Eltern sowie der Bezugspersonen im Kindergarten mit einem Fragebogen erhoben. Die Zusammenfassung aller erhobenen Daten führt zu den Ergebnissen: sprachlich unauffällig, pädagogisch förderbedürftig oder medizinisch abklärungsbedürftig. Somit können frühzeitig notwendige Maßnahmen wie Sprachförderung im Alltag oder weiterführende Diagnostik und Sprachtherapie eingeleitet werden. (https://www.lkgi.de/gesundheit-und-soziales/gesundheit/kinder-und-   jugendliche/sprachscreening-kiss)

Somit haben wir zwei gute Instrumente gefunden, die uns dabei helfen, die sprachliche Entwicklung der Kinder gut einzuschätzen und begleiten zu können. Diese ermöglichen uns, den sprachlichen Entwicklungsstand sowie den genauen Förderbedarf der Sprachkurskinder zu ermitteln und diesen in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Im Dezember 2016 wurde unsere Einrichtung mit der KiSS-Plakette zertifiziert. Gleichzeitig nimmt unsere Sprachförderkraft einmal jährlich an einer Fortbildung zum Thema „Sprachförderung“ teil. In enger Zusammenarbeit mit der Grundschule findet zusätzlich für unsere Vorschulkinder einmal wöchentlich ein Sprachvorlaufkurs statt, der von einer Lehrerin der Grundschule begleitet wird.